Digitale Kompetenzen - Den Gefahren virtueller Echokammern entgegnen

Ein Projekt mit der TU Graz

Das Internet ist das größte Medium, um Informationen zu suchen. Im 21. Jahrhundert findet Lernen immer mehr auf Basis dieser digitalen Informationen statt. Da jedoch Manipulation, Polarisierung, Radikalisierung sowie Minder- und Fehlinformationen große potentielle Gefahren im digitalen Raum darstellen, hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung empfohlen, digitale Kompetenzen noch stärker als bisher in den Unterricht einzubinden. Dazu bedarf es aber der Entwicklung von Konzepten und Materialien, mit deren Hilfe eine kritische Suche und Bewertung von Informationen im World Wide Web trainiert und Bewusstsein für einen zielgerichteten und reflektierten Umgang mit Sozialen Medien geschaffen werden kann.

Die HLA für Landwirtschaft und Ernährung des Schulvereins der Grazer Schulschwestern hat ihren diesbezüglichen Bildungsauftrag ernst genommen und so in Zusammenarbeit mit der Cognitive Sience Section der Technischen Universität Graz im März 2018 ein national gefördertes Forschungsprojekt mit dem Titel „Den Gefahren virtueller Echokammern entgegnen“ durchgeführt.

TU HLA

In den ersten beiden Stunden des Workshops werden in Einzelarbeit Fragebögen zum Thema Informationsbewertung bearbeitet und die Ergebnisse mit Hilfe eines Plakats der Gruppe präsentiert. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise über „Native Advertising“ (auf einer Webseite wird Werbung im gleichen Stil wie eine journalistische Nachricht veröffentlicht), über „Fake News“ (in manipulativer Absicht werden Falschmeldungen oder vorgetäuschte Nachrichten verbreitet), oder über den „Filter-Bubble-Effekt“ (ein Konstrukt im www, das auf die Neigung vieler Menschen, sich an Gleichgesinnten zu orientieren, zurückzuführen ist) diskutiert. Des Weiteren wird über das Problem der selektiven Wahrnehmung reflektiert, die versucht, eine alternative Realität zu schaffen, die nur das eigene Weltbild bestätigt und so die Konfrontation mit anderen Sichtweisen verhindern möchte.

TU JG 2

In den nächsten drei Stunden setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit einer webbasierten Suchaufgabe zum Generalthema „Welternährung“ auseinander. Dabei sollen mindestens zehn themenbezogene Ressourcen zu den Unteraspekten Gentechnik, Naturschutz, Konsumverzicht und Entwicklungshilfe gesammelt, auf eine spezielle Plattform hochgeladen und reflektiert werden.

In der letzten Projektstunde wird das aktuelle Wissen über eine gerechte Welternährung skizziert und die Schülerinnen und Schüler sprechen über Probleme und Schwierigkeiten bei der Informationssuche und reflektieren in einer Fokusgruppe sowohl ihre Suchstrategien als auch die individuellen Einschätzungen ihrer Suchergebnisse.

TU Gruppe A JG2 Gruppe A

TU Gruppe B JG2 Gruppe B

TU Gruppe C JG2 Gruppe C

Auf Basis der so gewonnenen anonymisierten Daten versucht nun die Arbeitsgruppe an der TU die Informationssuche der Jugendlichen besser zu verstehen, um technologische Strategien entwickeln zu können, die festgefahrene Suchmuster aufbrechen, das Verlassen der virtuellen Echokammern fördern und so eine ganzheitliche Informationssuche ermöglichen.

OStRin Drin Trippolt + 2.Jg. HLA

 

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